Inhaltliche Ausrichtung

Das lösungsorientierte Denkmodell

Denkmodell


Visionierung des Zielzustandes

Beim lösungsorientierten Denken wird die Blickrichtung in erster Linie auf die Zukunft gelegt. Die gewünschte Zukunft wird mit positiven Ideen, Vorstellungen und möglichen ersten Schritten visioniert, um sich ein möglichst detailliertes Bild von dieser gewünschten Zukunft zu erarbeiten. Je konkreter dies geschieht und je kleiner die ersten Schritte zur Zielerreichung gesetzt werden (kleine Schritte führen zum Ziel), desto geradliniger kann dann an der Erreichung des Zieles (auch wenn es sich im Prozeß noch verändert) gearbeitet werden.

Die Idee ist, die Kraft in die Richtung von gewünschten Veränderungszuständen zu richten.

Es wird dabei streng darauf geachtet, dass die Sprache in Anwesenheit von etwas (Was ist statt dessen des Vorherigen?) gewählt wird.

Wenn erst einmal eine Vision von der Zukunft (der größeren und kleineren Ziele) erfolgt ist, kann z.B. mit Hilfe der Skalierungstechnik, zirkulärem Fragen und der Bandbreite therapeutischen Handelns sehr zügig inhaltlich an der Erreichung gearbeitet werden. In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, durch Folgefragen zur Konkretisierung der Ziele zu gelangen und differenzierte Kriterien zur Erkennung des Erfolges zu erarbeiten (sinnesspezifisch und konkret die Erkennbarkeit des Zieles ermitteln).

Ökologiecheck (Was gibt man auf? Was wird gewonnen?)

An dieser Stelle wird mit den Klienten daran gearbeitet, was sie aufgeben und was sie gewinnen. Es wird also eine Art "Kosten-Nutzen -Check" durchgeführt.

Bezug zur Vergangenheit

Auf der Handlungsebene werden dann die Fähigkeiten und Erfahrungen aus der eigenen Vergangenheit zu Rate gezogen.

Fragen, wie z.B.:

"An welchen Stellen hast Du schon einmal so etwas ähnliches geschafft?"

"Wo in der Vergangenheit hat Ihr Sohn dies bereits ein wenig geschafft? "

"Was genau war dabei anders? Was noch? Was haben Sie Ihren Mann dabei anders machen sehen?"

helfen aufbauend auf den eigenen Ressourcen, Ideen zur Problemlösung zu entwickeln.

Umsetzung

Mit den gewonnenen Erkenntnissen kann nun der erste aktive Schritt in der Gegenwart gegangen werden.

Fragen, wie z.B.:

"Was müßte passieren, daß in z.B. 10 Tagen ein ganz bisschen des Wunders eingetreten ist?"

"Woran wollt Ihr zuerst üben?"

"Ist dies der erste Schritt oder bereits der zweite?"

"Ist dieser Schritt für Sie und ... erreichbar oder sollten wir die erste Übungsphase noch konkreter und handlungsbezogener festlegen?"

begleiten diesen Prozeß.

Gerade in der Arbeit mit Eltern und Kindern hat es sich als sehr hilfreich erwiesen, die einzelnen Lösungs- und Übungsphasen als Experimente zu deklarieren.

Einige ergänzende Anmerkungen

Ein wesentlicher Leitsatz dieses Denkmodells ist es, daß die Zukunft die Gegenwart beeinflußt.

Durch die Vorstellung eines gewünschten Zustandes in der Zukunft und den beschriebenen Schritten verändert sich die Gegenwart.

Eine konstruktive, positive und lösungsorientierte Sprache und Lebenshaltung setzt positive suggestive Kräfte im Einzelnen frei.

Ausnahmen können bei der Suche von passenden Lösungen helfen.

Die Lösung trägt jeder in sich.

Jede Lösung muß auf der Handlungsebene anders genug sein, um funktionieren zu können.

Kleine Veränderungen können große Wirkungen haben.

Das Erreichen eines Zieles und Teilzieles sollte entsprechend gewürdigt werden!

Es gibt nicht ein "entweder-oder" sondern immer ein "sowohl-als-auch". Das heißt, es gibt kein reines Schwarz-Weiß-Denken, sondern alles hat immer ganz viele Facetten und Farbnuancen.

Das Denken in Bildern und Metaphern hilft manchmal leichter weiter, um von Problemkonstellationen zu Lösungskonstellationen zu gelangen (Metapher der gewünschten Zukunft).

Jede Chance sollte ergriffen werden, die gewünschte Zukunft in Wort, Bild und Tat (Bewegung) sichtbar, spürbar werden zu lassen.

Nichts ist nur gut oder schlecht, erst unser Denken macht es dazu. Das heißt, auch problematische Situationen können umgedeutet werden. (Was ist daran gut? Wie läßt sich dies nutzen?)

Eine lösungsorientierte Haltung beinhaltet auch, die Problemsicht des Kienten zu respektieren und bisherige Lösungsversuche und Bemühungen zu würdigen.

Bei vielen existierenden Ideen und Zielen ist es nützlich, diese untereinander in Themenbereiche zu ordnen und Wertigkeiten zu erstellen.

Rituale helfen, Kontinuität zu wahren, Gemeinsamkeit zu fördern, vermitteln Kraft und Schutz sowie Sicherheit und können als therap. Rituale sogar heilen
(etwas hinter sich lassen - etwas neues auzurufen).

Symptome sind die beste aktuelle Lösung der Gegenwart, aber immer veränderbar.

Häufig macht es Sinn, Verhalten zu unterscheiden in Absicht und Zweck, in den Sender einer Botschaft und den Empfänger einer (evtl. ganz anders empfundenen) Botschaft und auch in Ergebnis und Wirkung.

Ratschläge können immer nur dann leicht angenommen werden, wenn sie wohlformuliert sind, also z.B. in der Art:
"Mit meinem Blick von außen fällt mir dazu die Idee ein,... !"

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